In Psalm 42 fragt sich der Psalmbeter: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Oft stellt sich diese Unruhe ein, dabei möchten wir doch alle zur Ruhe kommen. Beunruhigend sind leidvolle Erfahrungen, manche wirken ein ganzes Leben lang. Sorgen um Krankheiten, die nächste Corona-Welle, Beleidigungen, Misstrauen, Misserfolge – all das raubt die Ruhe, manchmal sogar die Nachtruhe. Endlich Rentner, wir aber sprechen vom „Unruhestand“ statt vom Ruhestand.
Ruhe bedeutet nicht „Nichtstun“, sondern zufrieden in sich ruhen. Gott hat uns den Ruhetag mit dem dritten der Zehn Gebote aufgegeben, weil wir ihn brauchen. Dieser Ruhetag ist ein Tag für die Beziehungspflege zu Gott; Zeit, sein Wort zu hören, Zeit für Gebet und Lobgesang. Es tut gut, von Gott angenommen zu sein, ohne die Unruhen, die Mühen und Unwägbarkeiten des Lebens zu leugnen. In Psalm 116, 7 lesen wir: „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.“
Die Sonne hat uns gegrüßt, als wir gestern im Rahmen der Sommerpredigtreihe Gottesdienst auf dem Vorplatz des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Mülldorf gefeiert haben. Im Mittelpunkt der Predigt von Pfr. Sebastian Schmidt stand Psalm 109. Dort betet jemand, der gemeine und hässliche Worte ertragen muss. Dass Worte gewalttätig sein können, dass lernen wir im Zeitalter des Internet noch einmal neu. Im Gottesdienst haben wir besonders an Menschen gedacht, die unter Hassboschaften, böser Nachrede und Mobbing leiden müssen.
Feiern Sie den Gottesdienst digital mit, er steht als Audio hier für Sie bereit. Titel: „Keine Macht der Hassrede – Fluchen sie, so segne du!“
Dank Vikar Simon Puschke kann die Ohrenkirche sich nun auch bewegen. Sie zwinkert, rollt mit den Augen und schließt diese – und die Kopfhörer wackeln. Wer das sehen möchte, schaue einmal auf den YouTube-Kanal unserer Kirchengemeinde „Ev-Kirche-Niederpleis“. Hier werden nun nach und nach die bisher bereits eingespielten Folgen der „Ohrenkirche für Kids“ nochmals veröffentlicht – mit dem animierten Logo. Hier die Weiterleitung zu YouTube:
Am seidenen Faden – was da dranhängt, ist in Gefahr. In einer Zeit, in der Vieles undurchsichtig und bedrohlich ist, stellt sich das Gefühl öfter ein: Das hängt doch am seidenen Faden, das Klima, der Ausgang der Corona-Pandemie, die Versorgung im Rentenalter oder bei Krankheit und noch mehr. So ein Gefühl von Unsicherheit kann wie ein Fluch sein, der einen Menschen ängstigt und lähmt. Im 5. Buch Mose heißt es dann auch in einem Absatz, der das Leben unter einem Fluch beschreibt: „Ständig wird euer Leben am seidenen Faden hängen. Nie fühlt ihr euch sicher, sondern Tag und Nacht habt ihr Todesangst.“ (5. Mose 28, 66 (HfA)).
Der Blick in die Welt bereitet Sorge, aber muss uns nicht verunsichern. Ich denke an die Geschichte Jesu vom verlorenen Sohn (Lukas 15). Der hatte durch ein maßloses und selbstgerechtes Leben alles verbraucht, was er hatte. Der seidene Faden war bis aufs Äußerste angespannt. Doch: Er erkannte seine Fehler und vertraute darauf, dass der Vater in wieder aufnehmen würde. Und so erzählt es Jesus dann auch. Wir leben nicht unter einem Fluch, wir leben hoffnungsvoll unsere Tage. Im Vertrauen darauf, dass wir Menschen durch Einsicht lernen, einander helfen, miteinander neue Wege suchen. Sollte ein Faden reißen, ist da eine Hand, die uns hält.
Heute (Sonntag, 5. Juli) findet der zentrale Gottesdienst um 10 Uhr vor dem/im Paul-Gerhardt-Haus (Niederpleis) statt. Bei Regen feiern wir in der Kirche mit Mundschutz, sonst draußen auf dem Kirchplatz. Vikar Simon Puschke spürt mit uns dem 42. Pslam nach. „Was betrübst du dich, meine Seele,und bist so unruhig in mir?Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ (Psalm 42,12)
Hier finden Sie das Audio zum Gottesdienst von Vikar Simon Puschke. Die Musik haben Petra Engelien und Sebastian Sell für uns eingespielt:
Wollen Sie den 42. Psalm auf andere Weise kennenlernen? Vikar Simon Puschke hat mit anderen Vikar*innen ein Video zum Psalm erstellt (Verlinkung zu Youtube):
„Darum ließ er das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer. Und die Israeliten zogen wohlgeordnet aus Ägyptenland.“ (2. Mose 13,18)
Nach dem Auszug aus Ägypten führte Gott die Israeliten nicht über den direkten Weg. Er leitete sie um das Land der Philister herum, da dort Krieg herrschte. Dieser Umweg war damals eine weise Entscheidung, die viel Leid erspart hat.
Heute sind Umwege nicht gerne gesehen. Man ärgert sich über verlorene Zeit und fühlt sich ausgebremst. Menschen, die Umwege in ihrer Biografie aufweisen, müssen sich oft dafür rechtfertigen.
Aber warum eigentlich? Ein Umweg beinhaltet die Chance, etwas Neues zu entdecken. Wer einen Umweg nimmt, erhält manchmal erst dadurch die Chance, sein Ziel zu erreichen und kommt mit einem größeren Erfahrungsschatz an. Und gelegentlich finden wir auf einem Umweg eine neue Abzweigung und ein neues Ziel. Wir müssen uns nur trauen, weiterzugehen und den Weg anzunehmen.
Guter Gott, die Wege unseres Lebens sind oft nicht gerade. Sei bei uns, wenn wir in einer Biegung nicht mehr sehen, wie es weitergeht, sei bei uns, wenn wir uns an einer Weggabel entscheiden müssen und schenke uns das Vertrauen, dass wir am Ende unser Ziel erreichen.