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aus der Kirchengemeinde


Input für Zwischendrin

Foto: Nicole Schmidt

Advent, endlich mal zur Ruhe kommen! Endlich einmal ausspannen und sich auf besinnliche Weihnachten freuen. Aber geht das einfach so? Da ist noch viel zu erledigen, Geschenke besorgen, Überstunden, Weihnachtsbaum beschaffen, Lebensmittel planen und bevorraten – man weiß ja nie, dann noch die Corona-Pandemie. Geht man ins nächste Geschäft oder doch lieber alles online? Unser Gehirn, unser Körper, unsere Seele – alle kommen nicht mehr zur Ruhe. Ruhe ist nicht nur die Abwesenheit von Lärm/Geräuschen, sondern auch Abwesenheit von Arbeit, Bewegung, Sorgen oder anderen Störungen.
Gott hat uns mit dem 3. Gebot Ruhe verordnet. Du sollst den Feiertag heiligen. Alle Zeit ist von Gott geschenkt – 7 Tage pro Woche, doch einen geben wir zurück und gedenken dabei seiner Werke, insbesondere der Befreiung von Sünde und Tod durch das Erlösungswerk Christi. Die Seele „auftanken“ und regenerieren. Bildlich gesprochen muss unser Motor (Seele) gewartet werden, und das geht nun mal nicht bei Vollgas, sondern er muss dazu abgestellt werden. Kein Handy, kein Fernsehen, keine dringenden Dingen; mal lassen, was die Ruhe raubt – Ruhe finden, einfach bei Gott sein.

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. (Pred 3.1)

Peter Tews, Presbyter


Input für Zwischendrin

Foto: pixabay.com / TeeFarm

Reicht es nicht, wenn Gott barmherzig ist? Die Jahreslosung für 2021 fordert uns auf: Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! (Lk 6,36) Der Evangelist Lukas führt uns an unsere Grenzen. Barmherzig sein wie Gott – wer kann das. Was sollen wir also tun? Denn diesem Maßstab können wir nicht gerecht werden. Die Antwort gibt uns Petrus: „Kehrt um zu Gott!“ (HFA, ApG 2, 38). Das griechische Wort für Umkehr „metanoia“ bedeutet „umdenken“, „anders denken“. Was ist damit wieder gemeint? Wir sollen hinter die Dinge schauen und nicht nur oberflächlich und vorschnell unser Urteil fällen.
Wenn wir umkehren, schauen wir hinter die Dinge. So manches Leid trifft Menschen, die unschuldig in einer schlimmen Lage sind. Und wir selbst könnten in eine ähnliche Situation kommen. Und dann – erwarten wir Barmherzigkeit von anderen, die uns helfen sollen. Die bekannte goldene Regel „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ (in der Bibel z.B. Lk 6.31) gilt und wir sollten sie leben. Seien wir barmherzig, wo es nötig ist,  auch im Voraus.

Weise mir, HERR, deinen Weg, den Weg der Gerechtigkeit, der Liebe, der Barmherzigkeit, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte. (Ps 86, 11)

Peter Tews, Presbyter


Input für Zwischendrin

Foto: Claudia Giernoth

„Du selbst bist die Quelle, die uns Leben schenkt“ (Psalm 36, 10a). Im Hier und Jetzt sein. Gegenwärtig in meinem Leben sein, mich selber fühlen und wahrnehmen: Ich bin. Ich bin hier und ich habe alles, was es braucht um gut zu leben. Die Schönheit meines Lebens lässt mich aufschauen und erblühen. Die Schönheit meines Lebens lädt mich ein, alles aufzunehmen, was mir gut tut, was mich stärkt, was mir Mut gibt, was mir Freude bereitet. Ich bin hier und ich lebe in diesem Augenblick, der nach einem Wimpernschlag schon wieder vorbei ist. Ich höre den Wind in den Blättern sausen. Ich sehe die bunten Farben, die der Herbst malt. Ich spüre die Wärme der Sonne, obwohl die Tage schon kühler werden. Die Kraniche ziehen gen Süden, die Bäume haben ihre Früchte abgeworfen und die Tage werden kürzer. Und mitten drin ist mein Leben. Ich atme die Schönheit des Tages ein. Ich sauge sie auf und ich sammle die Sonnenstrahlen, damit sie noch in mir leuchten, wenn es draußen schon wieder früh dunkel wird.  Weiterlesen


Input für Zwischendrin: Die Blätter fallen und die Erde dreht sich schneller!

Die Blätter fallen und die Erde dreht sich schneller! Das ist kein Witz! Dadurch, dass die Blätter auf der Nordhalbkugel zu Boden gehen, verlagert sich Masse zur Drehachse hin und die Rotationsgeschwindigkeit der Erde erhöht sich. Im Grundsatz ist es das gleiche Phänomen, wie bei einer Eiskunstläuferin, die bei einer Pirouette, ihre Arme an den Körper heranzieht. Inzwischen ist der Effekt auf die Erde sogar physikalisch nachweisbar, auch wenn er die Tage auf der Erde nur um ein Tausendstel Sekunde pro Tag im Winter verkürzt.

Ein minimaler Effekt, der mich doch eines lehrt: Demut vor dieser Schöpfung, die mir immer wieder zeigt, wie komplex sie ist. Sie birgt so viele Geheimnisse, dass mein Verstand es nicht fassen kann. Damit ist auch jeder Versuch, diese Schöpfung zu beherrschen, zum Scheitern verurteilt. Vielmehr müssen wir in aller Demut vor der Natur unseren Beitrag leisten, indem wir sie mit all unserer Kraft versuchen zu bewahren. Und zugleich müssen wir darauf hoffen, dass Gott, der all dies ins Leben gerufen hat, seine Kraft gibt, um das zu bewahren was unser Verstehen übersteigt.  

Pfarrer David Bongartz


Input für Zwischendrin

Foto: pixabay.com

Nichts in der ganzen Welt kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn. Römer 8,9 (Gute Nachricht)

„Du glaubst nicht fest genug“, höre ich eine Stimme in mir zischend sagen. Ach, ich wünschte, die Stimme wäre endlich ruhig. Ich weiß ja selbst nicht, warum mir plötzlich so anders ist, wenn ich an Gott denke. Ich frage mich schon eine Weile, wo ist das tiefe Vertrauen zu ihm nur hin?
Um mich herum tobt ein Weltgeschehen, das mich lähmt. Das Klima und die Politik, Corona und die vielen anderen Krankheiten, die Not so vieler Menschen und mein hilfloses Zusehen – all das setzt mir zu, so sehr, dass ich nicht mehr weiß, wie ich vertrauen soll. Ich fühle mich gefangen. Alles erscheint eng.
Ich halte inne. Ich hebe meinen Blick am frühen Morgen in die aufgehende Sonne und ich schaue voller Staunen auf die bunt werdenden Blätter an den Bäumen. Ich staune über die Fülle der geernteten Früchte und ich spüre tief in mir, da brennt sie noch, die kleine Flamme meines Glaubens. „Nichts kann dich trennen von der Liebe Gottes“, flüstert eine andere leise Stimme in mir und ich atme auf.

Ja, ER verlässt uns nicht. Gut, sich daran immer wieder zu erinnern.

Mein Gott, ich danke dir, dass du mich niemals loslässt, selbst wenn die wildesten Stürme in mir toben. Du bist da, schenkst immer wieder neuen Mut und neues Vertrauen und lässt aus dem kleinsten Samen Großes werden. Dir schenke ich immer wieder neu mein Leben. Amen.

Claudia Giernoth, Prädikantin


Input für Zwischendrin

Täglich neue Schreckensmeldungen, die Corona-Krise dauert an. Nur langsam sinkende Infektionszahlen machen deutlich: es ist noch lange nicht vorbei und bis zur gesellschaftlichen Normalität ist es noch ein weiter Weg; auch wenn jetzt schon ein Impfstoff da ist. Die Folgen der 2. Welle sind täglich spürbar. Alle anderen Bedrängnisse pausieren nicht – geschehen einfach. Neben den Fragen wie es beruflich, gesundheitlich, finanziell usw. weitergeht, drängt sich noch die Frage auf: Wo ist Gott?
Auch wenn es uns noch lange nicht so schlecht geht wie einst Hiob, so verstehe ich gut seine Feststellungen. Gehe ich vorwärts oder rückwärts, sehe ich nach links oder rechts, ich kann ihn nicht sehen. Und doch hält Hiob an Gott fest. Und wir? Teilen wir in dieser schwierigen Zeit unsere Zuversicht, unser Vertrauen und unseren Glauben mit den Menschen, die mit Hoffnungslosigkeit und Zweifeln kämpfen. Der Psalmbeter (Psalm 139) weiß, dass Gott überall ist und Hiob, der an Gott festhält, bekommt Gelegenheit, mit Gott zu sprechen. Beten wir füreinander in dem Sinne, wie Jesus einst für Petrus gebetet hat: „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ (Lukas 22, 32)

Peter Tews, Presbyter


Scherben oder Mosaik – Gedanken zum Buß- und Bettag 2020

“Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!” – so heißt es in einem Gebet der Psalmen (Ps 19,13). Manche Scherben, die ich bei anderen und bei mir selbst bewirke, erkenne ich erst im Rückblick – oder manche vielleicht auch nie. Und da sind die Scherben, die ich sehr wohl kenne. Die Momente, wo ich falsch lag mit dem, was ich getan habe. Die Momente, wo wir einander nicht gerecht geworden sind. Wo wir feige waren, eigensinnig, selbstgerecht, selbstverliebt. Wir erkennen das Wertvolle manchmal erst dann, wenn es zerbricht. Treue, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft. Doch dann ist er da, der Scherbenhaufen. Weiterlesen