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aus der Kirchengemeinde

Trauung

Kirchliche Trauung

von Martin Heimbucher

„Eine glückliche Ehe ist eine größere Wundertat Gottes als die Teilung des Schilfmeeres.“ (Jüdisches Sprichwort)
Die kirchliche Trauung will mehr sein als ein schöner festlicher Brauch. Im Zentrum dieses besonderen Gottesdienstes empfängt das Hochzeitspaar den Segen Gottes.
Was für die beiden meist sehr aufgeregten Brautleute dabei geschieht, ist das Wesentliche im evangelischen Eheverständnis. „Die Ehe ist ein weltliches Ding” – ja, so hat es Martin Luther gegen die katholische Rede vom Ehe-Sakrament betont, aber daneben gilt eben auch: Gott, der die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat, der ihr Zusammensein und ihre dauerhafte Liebe zueinander will, er versichert, dass sein Segen dieses Paar in ihre Ehe begleiten wird. Die beiden, die sich ihr „Ja” schon auf dem Standesamt gegeben haben, erneuern es gegenüber Gott und der Gemeinde.
Tatsächlich ein Wunder, wenn es gelingt, dass zwei Menschen mit ihren je eigenen Träumen und Wünschen, Lebensplänen und -geschichten, Fähigkeiten und blinden Flecken eine lebenslange Beziehung eingehen wollen und können. „Bis dass der Tod euch scheidet…” – immer mehr Paare wollen auf diesen Teil des Trauversprechens verzichten. Aber können wir uns, frage ich mich, wenn wir uns in unserer menschlichen Liebe an der unendlichen Liebe Gottes orientieren wollen, anders, nur zeitweilig, mit Hintertür, nicht wirklich dauerhaft, lebenslang binden?
Und doch muss die Kirche auch begreifen, dass die Ehe in die Krise gekommen ist. Im vergangenen Jahr haben sich 190.000 Paare in Deutschland scheiden lassen. Trennungen sind längst kein Randthema mehr, jede und jeder macht damit Erfahrungen zumindest im Bekanntenkreis. Müßig immer wieder über die Gründe zu spekulieren: Bestimmt sind die Erwartungen an Männer und Frauen bei unklareren Rollenzuweisungen größer geworden; aber vor allem ist es wohl einfacher geworden sich zu trennen – und die Welt, in der wir leben, macht es uns vor, dass alles, was nicht mehr das bringt, was es einmal sollte, auf den Müll gehört.
Gut, dass unsere Kirche sich engagiert in der Ehe- und Familienberatung: Gut auch, dass Paare, die mit dem Versuch einer Ehe scheitern, bei uns nicht verurteilt, gar ausgeschlossen werden – leben wir doch alle von der Vergebung Gottes her. Ob es im evangelischen Bereich, wie es seit einigen Jahren immer wieder gefordert wird, regelrechte gottesdienstliche Scheidungsrituale braucht, wage ich jedoch zu bezweifeln. Aus meiner seelsorgelischen Praxis habe ich jedenfalls den Eindruck, dass den akut auseinander gehenden Paaren solche Wünsche fern liegen.
Gottes Segen ist kein Garant für das Gelingen einer Ehe – Gottes Segen enthebt uns nicht der Arbeit für eine gelingende Partnerschaft Tag für Tag. So wie die Schiffbrüchigen nicht nur beten, sondern auch feste rudern müssen, so wird es das Wichtigste sein auch mit dem sich sicherlich verändernden Partner/Partnerin wirklich im Gespräch zu bleiben.
Aber Gottes Segen kann, das glaube ich nicht nur, sondern weiß es aus eigener Erfahrung, gerade in den Durststrecken des Lebens, auch in Ehekrisen hilfreich und neu ermutigend sein. Wenn wir uns nicht nur an den hoffentlich schönen und festlichen Anfang erinnern, sondern vor allem daran, dass bei uns beiden immer schon ein dritter, Gott nämlich, seine Hand im Spiel hatte und noch hat, der noch andere Möglichkeiten hat, als wir sie sehen: Der uns immer wieder aus Sackgassen herausholen und einen Neuanfang schenken will. Sich daran zu erinnern – am besten gemeinsam – ist schon Segen für zwei Menschen.

Was ist zu tun, wenn man sich trauen will …
In unserer Kirchengemeinde gibt es mit Ausnahme mancher Feiertage grundsätzlich immer die Möglichkeit, sich kirchlich trauen zu lassen. Trauungen finden in der Regel gegen Ende der Woche in einem der beiden Gemeindezentren statt. Manchmal begleiten wir die Brautpaare auch in eine andere Kirche. Das Wichtigste ist, den Trautermin möglichst frühzeitig mit dem zuständigen Pfarrer oder der zuständigen Pfarrerin zu vereinbaren. Dann wird auch unmittelbar geklärt, ob die Kirche zum gewünschten Zeitpunkt frei ist. Es wäre sinnvoll, wenn erst nach solcher Klärung das Aufgebot beim Standesamt bestellt wird, damit es nicht hinterher zu Enttäuschungen kommt. Alles weitere wird dann bei einem Traugespräch besprochen, zu dem wir uns mit den Brautleuten verabreden. Voraussetzung für eine kirchliche Trauung ist neben der vorangegangenen standesamtlichen Eheschließung die Zugehörigkeit der Ehepartner zu einer christlichen Kirche. Zumindest ein Partner muss evangelisch sein. Ist der andere Partner Angehöriger einer anderen christlichen Konfession ist über eine ökumenisch gefeierte kirchliche Trauung nachzudenken. Diese wird allerdings nur dann als evangelisch eingetragen, wenn sie auch in einer evangelischen Kirche stattfindet.
Die Kirchliche Trauung ist grundsätzlich kostenlos. Nur besondere Wünsche im Blick auf die musikalische oder sonstige Ausgestaltung des Gottesdienstes können zu Kosten führen. Über den Ablauf des Gottesdienstes und die Möglichkeit des Paares/der Familien/der Freunde und Freundinnen etwas mit zugestalten wird in aller Ruhe beim Traugespräch informiert. In der Regel bitten wir die Brautleute, sich selbst einen Trauspruch auszusuchen.

Beispiel des Ablaufs einer Trauung
Musik mit Einzug des Brautpaars
Begrüßung – Liturgische Eröffnung – Psalm – Gebet
Lied – Lesungen zur Trauung – Lied
Ansprache zum Trauspruch – Musikalisches Zwischenspiel
Traufrage /Trauversprechen – Ringwechsel – Segnung
Lied
Kollektenabkündigung
Fürbitten – Vater Unser – Segen
Musik zum Auszug des Brautpaares

Beispiel für eine Traufrage
Bräutigam: Wollen Sie (Name), die Gott ihnen anvertraut hat, als Ihre Ehefrau annehmen, sie lieben und ehren und die Ehe mit ihr nach Gottes Geboten und Verheißungen führen, in guten wie in bösen Tagen, bis dass der Tod euch scheidet, so antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe. (Ja, mit Gottes Hilfe.)
Braut: Wollen Sie (Name), den Gott ihnen anvertraut hat, als Ihren Ehemann annehmen, ihn lieben und ehren und die Ehe mit ihm nach Gottes Geboten und Verheißungen führen, in guten wie in bösen Tagen, bis dass der Tod euch scheidet, so antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe. (Ja, mit Gottes Hilfe.)

Beispiele für ein Trauversprechen
Pfarrer(in): Gott vertraut euch einander an. Er will eure Ehe schützen und segnen. So gebt einander vor Gott und der Gemeinde nun euer Trauversprechen.
Bräutigam: (Name), ich nehme dich als meine Ehefrau aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein – solange ich lebe. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir für andere da sein und tun, was dem Frieden dient. Dazu helfe mir Gott.
Braut: (Name), ich nehme dich als meinen Ehemann aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein – solange ich lebe. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir für andere da sein und tun, was dem Frieden dient. Dazu helfe mir Gott.

Beispiele für Trausprüche …
Niemand hat Gott je gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und Gottes Liebe bleibt in uns vollkommen. 1 Joh 4,12
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 2 Timotheus 1,7
Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! 1 Korinther 16,14
Gepriesen sei Gott Tag für Tag! Er trägt uns. Gott ist unser Heil. Psalm 68,20
Ehejubiläen
Wer miteinander 50, 60, 70 ja sogar 75 Ehejahre erlebt, möchte dies oft auch gerne mit einem Dankgottesdienst oder einer Andacht in der Kirche, in der eigenen Wohnung oder auch im Altenheim feiern. Die Ehejubiläen bekommen wir zwar seit einiger Zeit über die Kommune mitgeteilt, wenn sie aber sicher sein wollen, dass wir es wissen, Ihnen gratulieren oder gar mit Ihnen feiern, melden Sie sich doch einige Zeit zuvor.

Und noch was zum Lachen: Es ist Polterabend, der Bräutigam feiert mit seinen Freunden. Als alle schon ziemlich angeheitert sind, soll der Mut des Bräutigams auf die Probe gestellt werden. Schließlich gehen die Freunde folgende Wette ein: Wenn der Bräutigam sich traut, in der Kirche „nein“ zu sagen, erhält er 500. Falls nicht, muss er jedem der Freunde 500 € bezahlen. Am Morgen realisiert der angehende Ehemann, was er getan hat. In seiner Not vertraut er sich dem freundlichen Pfarrer an. Dieser hält ihm erst einmal eine Standpauke, verspricht dann aber, ihm zu helfen. Als es bei der Trauung um das Ja-Wort geht, spricht der Pfarrer zuerst die Braut an. Als diese ihr „Ja“ gesagt hat, fragt der Pfarrer den Bräutigam: Und Du, hast Du etwas dagegen?

Haben Sie noch Fragen?
Dann wenden Sie sich bitte an uns:
Pfarrerin Almut van Niekerk, Tel. 02241 / 33 69 22
Pfarrer David Bongartz, Tel. 02241 / 33 57 24
Pfarrerin Britta Bongartz, Tel. 02241 / 33 57 24
oder an das Gemeindebüro, Tel.: 02241 / 33 44 30